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Zucht

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Die Zucht von Papageien

Wer Papageien züchten möchte, benötigt eine amtliche Genehmigung nach dem Tierseuchengesetz und der Psittakose-Verordnung. Wenn sich jedoch unerwarteter und ungeplanter Nachwuchs bei den gehaltenen Tieren einstellt und es liegt keine gesetzliche Erlaubnis vor, dann handelt es sich zuerst einmal um "illegale" Tiere. In der Regel sollte man dann den Amtstierarzt über den Nachwuchs informieren, um den Verdacht einer Psittakose (grippeähnliche Allgemeinerkrankung) ausschließen zu können. Um jedes Tier einer Zucht zurückverfolgen zu können, werden diese mit einem Fußring gekennzeichnet, über welchen auch der Eigentümer festgestellt werden kann. Die Grundvoraussetzung für die Zucht von Papageien ist die Zusammenstellung eines Pärchens. Oft lassen sich die Geschlechter äußerlich jedoch nicht unterscheiden, was zur Notwendigkeit von molekularbiologischen Methoden zur Geschlechtsbestimmung führt. Da Papageien ihren Partner jedoch nach eigenen, bisher nur wenig bekannten Gesichtspunkten auswählen, kann sich eine Paarzusammenstellung auch als schwierig erweisen. Bei der Verpaarung sollte man einige Dinge beachten. Die Tiere sollen möglichst vor der Verpaarung einige Tage nebeneinander in getrennten Käfigen stehen, um sich aneinander zu gewöhnen. Später kann man den Tieren dann gemeinsame Zimmerflüge gewähren um den Kontakt weiter zu verstärken.

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Auch wenn bereits zahme Papageien oft schwieriger zu verpaaren sind, sollte nur bei ernsten Auseinandersetzungen eingegriffen werden. In der Regel ist es notwendig, mehrere Versuche mit verschiedenen Artgenossen zu starten, bis der richtige Partner gefunden ist. Da Papageien vorrangig in Höhlen Brüten (in freier Wildbahn in ausgehöhlten Ästen oder Baumstämmen), sollten auch in Menschenobhut Bruthöhlen geschaffen werden. Man sollte je nach Paar verschiedene Nistkästen anbieten, um zu sehen, welcher sich für die Tiere am besten eignet. Dieser sollte sich in der Regel möglichst an einem geschützten Ort (z. B. unter einem Dach) befinden. Am besten eignen sich immer Nistmöglichkeiten, die dunkel sind - diese scheinen auf die Tiere meist Sicherheit auszustrahlen. Aufgrund der Klimaverhältnisse in Mitteleuropa sind die Nistkästen möglichst immer in Innenräumen anzubringen. Die Handaufzucht von Papageien sollte normalerweise nur mit viel Erfahrung und Fachwissen erfolgen. Gerade während der Brutzeit sollten Störungen (z. B. Umbauarbeiten, Besucher, Nistkastenkontrollen) möglichst vermieden werden. Meist brüten die Weibchen und verlassen dabei kaum das Gelege. Das Gelege von Papageien umfasst dabei zwischen ein und fünf Eier, welche oft in einem Abstand von zwei bis fünf Tagen gelegt werden. Die Brutzeit beträgt etwa 30 Tage und bereits in den ersten Stunden nach dem Schlupf werden die Jungtiere von ihren Eltern gefüttert. Ein Elternvogel befindet sich immer bei den Küken und gibt den Jungtieren neben unverdautem Futter auch Enzyme weiter. Die meisten Jungtiere werden etwa nach 12 bis 14 Wochen flügge und beginnen mit der selbständigen Futteraufnahme, bei einigen Papageienarten kann es auch etwa 7 bis 8 Monate dauern. Je nach Art dauert es dann noch mal 3 bis 15 Monate, bis die Tiere vollkommen selbständig sind. In Menschenobhut kann es schnell vorkommen, dass die Papageieneltern ihre Jungen entweder nicht füttern oder aber sogar verletzen. Dann bleibt nur noch die Handaufzucht. Die Jungtiere müssen dann von den Eltern getrennt werden und von Hand (z. B. mit einer Pipette oder Spritze) gefüttert werden. Auch ist eine Wärmequelle zu schaffen, da die Tiere in der Anfangszeit noch kein Gefieder haben. Papageien, die von Hand aufgezogen werden, sind im Gegensatz zu Wildfängen sehr zahm und verschmust - sie lassen sich überall berühren, brauchen allerdings auch wesentlich mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit.

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